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Flugkörperantriebe mit Einfachpuls

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Tornado mit Alarm (2 unter jeder Tragfläche)

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Patriot

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VT1 Motor

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Sea Wolf

Seit mehreren Jahrzehnten ist die Bayern-Chemie an zahlreichen internationalen Lenkflugkörper-Programmen beteiligt.
Als ausgesprochen kompetenter und zuverlässiger Partner hat die Bayern-Chemie verschiedene Antriebssysteme sowohl mit doppelbasigen als auch mit Komposit-Festtreibstoffen entwickelt und produziert.
Einige der wichtigsten Programme sind unter anderem:

ALARM (Air Launched Anti-Radiation Missile) ist ein britischer Anti-Radar Lenkflugkörper, der hauptsächlich der Ausschaltung feindlicher Radare zur Unterdrückung der feindlichen Luftabwehr dient und sowohl von der britischen Royal Air Force als auch von der Saudi-Arabischen Luftwaffe eigesetzt wird.
Wird das feindliche Radar direkt nach dem Start eines ALARM abgeschaltet, dann fliegt der Lenkflugkörper zu einem Punkt über dem Ziel und schwebt dort so lange an einem Fallschirm, bis das Radar wieder eingeschaltet wird. Wird das Rader wieder aktiviert, löst sich der ALARM von seinem Fallschirm und startet den Zielendanflug.
Die Bayern-Chemie begann 1986 mit der Entwicklung des ALARM-Motors und hat nur 4 Jahre später die Serienproduktion aufgenommen. Um eine „boost sustain“ Verhältnis  von über 10:1 zu erreichen, wurde ein Design mit einer Doppeldüse realisiert.
Zwischen 2000 und 2004 hat die Bayern-Chemie erfolgreich ein Programm zur Bestückung der Flugkörper mit neuen Treibsätzen durchgeführt. Danach erfolgte in 2005 die Beauftragung eines Programms zur Lebensdauerüberwachung.

Patriot ist ein Langstrecken-, Allwetter- Luftverteidigungssystem, das gegen taktische ballistische Raketen, Cruise Missiles und Moderne Kampfflugzeuge, welche aus unterschiedlichen Höhen angreifen, eingesetzt werden kann.
Das Programm wird von über einem Dutzend Länder auf der ganzen Welt mit PAC-2- Flugkörpern eingesetzt. Die deutsche Luftwaffe verwendet für ihr Patriot System ebenfalls Flugkörper der Version PAC-2. 
Zwischen 1987 und 1995 hat die Bayern-Chemie mehr als 2300 Motore für PAC-2 Flugkörper hergestellt. Das Design besteht im Wesentlichen aus einer Stahlbrennkammer, die mit einem HTPB Komposite-Treibstoff gefüllt ist.

VT1 ist ein Boden/Luft Lenkflugkörper für kurze Reichweiten und Bestandteil des Crotale Luftverteidigungssystems. Crotale kommt sowohl auf Landfahrzeugen als auch auf schwimmenden Plattformen zum Einsatz. VT1 wurde zur Abwehr von verschiedenen Bedrohungen konzipiert wie z. B. taktische Lenkflugkörper, plötzlich auftauchende Hubschrauber, UAVs und  hochmanövrierfähige Luft-Boden-Lenkflugkörper, welche von Flugzeugen aus gestartet werden.
Das Kernstück des  VT1 ist sein Hochleistungsmotor mit einer Brennkammer aus Faserverbundwerkstoff, der zwischen 2001 und 2003 entwickelt wurde. In der darauffolgenden Produktionsphase, die bis 2007 andauerte, wurden über 750 Raketenmotoren von der Bayern-Chemie hergestellt.

Sea Wolf ist ein Boden/Luft-Lenkflugkörper, der von Schiffen aus zur Bekämpfung von Punktzielen eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um ein hocheffizientes System, das gegen Flugzeuge, Raketen und sogar Artilleriegeschosse eingesetzt werden kann. Als Antriebssystem dient dabei der „Blackcap“- Raketenmotor, bei dem ein doppelbasiger Treibsatz eigesetzt wird. Die erfolgreiche Entwicklung dazu fand zwischen den Jahren 2000 und 2006 bei der Bayern-Chemie statt. Darauf folgte eine Beauftragung zur Herstellung von mehr als 1000 Treibsätzen, die 2009 abgeschlossen wurde.

Mit ihrer Innovationskraft hat die Bayern-Chemie einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung von Feststoffantrieben für zukünftige Lenkflugkörper. Zwischen 1990 und 2003 war die Bayern-Chemie vom damaligen BWB (Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, heute BAAINBw) mit der Entwicklung eines Hyperschall-Raketenantriebs beauftragt.
Diese Programme umfassten zwei unterschiedliche Auslegungen eines Flugdemonstrators, die mit der Bezeichnung HFK I und HFK II (HFK = Hyperschall Flugkörper) erfolgreiche Flugversuche absolvierten.  Beide Demonstratoren hatten Brennkammern aus Faserverbundwerkstoffen in denen ein Hochleistungs-Komposit-Treibstoff eingesetzt wurde. Die Brennkammer des HFK II war darüberhinaus konisch ausgebildet.
Der HFK I Demonstrator wurde zum ersten Mal 1993 in einem Flugversuch getestet. In darauf folgenden Testflügen 1995 und 1997 wurde er außerdem mit Seitenschubmodulen ausgestattet und erreichte so Spitzengeschwindigkeiten von bis zu Mach 5,5.
Während der Testflüge des HFK II in 2002 und 2003 wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu Mach 7 erreicht.